Fachinfo

Fachinformationen für Feuerwehr, Rettungsdienst und Mediziner u.a.

In dieser Rubrik stellt die Initiative aktuelle Nachrichten, Fachinformationen und Forschungsergebnisse für Fachleute zur Verfügung.

Medizinische Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Kohlenmonoxidvergiftung“ veröffentlich

Anfang November 2021 wurde die Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Kohlenmonoxidvergiftung“  veröffentlicht. Der Anwendungsbereich der Leitlinie umfasst die präklinische Versorgung im Rettungsdienst, den ambulanten und stationären Versorgungssektor. Die Empfehlungen richten sich an das medizinische Fachpersonal der Rettungsdienste im Rahmen der Notfallversorgung, die erstbehandelnden Ärzte und Notärzte, sowie an die Krankenpflegekräfte und die Ärzte in den Notaufnahmen und der weiteren medizinischen Versorgung. Zusätzlich sollen weiterbehandelnde Ärzte und medizinisches Assistenzpersonal an therapeutischen Druckkammern die Empfehlungen dieser Leitlinie anwenden. Indirekte Anwender einer leitliniengemäßen Behandlung von Kohlenmonoxidvergiftungen im weiteren Sinne sind ebenso Kostenträger der Krankenversorgung und Entscheidungsträger im gesundheitspolitischen Bereich.

Aktuell: Untersuchung der Permeation von Kohlenstoffmonoxid durch komplette Wandaufbauten

Nachdem der letzte Forschungsbericht des ibk Heyrothsberge bestätigt hatte, dass CO durch alle gängigen Baustoffe im Haus diffundiert, folgte am 10.11.2021 der Bericht zur Permeation von Kohlenstoffmonoxid durch komplette Wandaufbauten. Dafür wurden ein Teststand für die CO-Permeation konzipiert als auch in einem leerstehenden Mehrfamilienhaus höhere CO-Konzentrationen freigesetzt und die Ausbreitung erfasst. Die Permeation von CO durch Wände in andere Räume bis hin in angrenzende Etagen wurde nachgewiesen. Undichtigkeiten oder Bohrungen für z.B. Heizungsleitungen und Kabelführungen trugen zur Beschleunigung der CO-Ausbreitung in einer Wohnung bei. Die CO-Ausbreitung diffundiert  zudem mit ansteigender Konzentration in die benachbarten Räumen, auch durch darauffolgende Wände, Decken und Böden. Neben Aussagen zur Ausbreitung von CO konnten auch Hinweise für den Feuerwehreinsatz gewonnen werden.
https://ibk-heyrothsberge.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MI/IDF/IBK/Dokumente/Forschung/Fo_Publikationen/imk_ber/IMK-209.pdf

Untersuchung der Diffusion von Kohlenstoffmonoxid durch Baustoffe

Der aktuelle Forschungsbericht des Instituts für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge (von Ursula Seliger, Dr. Sandra Wegner, Dr.  Jan Voigt-Jungton) bestätigt, dass CO durch alle gängigen Baustoffe im Haus diffundiert, von Gipskarton bis Beton – mit gesundheitsgefährdenden Konzentrationen. Bei 10.000 ppm Beaufschlagung wurde je nach Baustoff in 2,7 Min. bis 3,3 Std. 1.000 ppm auf der anderen Seite erreicht. Bei 1.000 ppm wurden in 5,5 Min. bis 3 Std. 100 ppm erreicht.

https://link.springer.com/article/10.1007/s10049-019-00640-3

Durch Kohlenmonoxidvergiftung induzierte obere gastrointestinale Blutung

CO-Vergiftungen sind in der Türei nicht selten, aufgrund von sozialen, ökonomischen und klimatischen Gründen. In der Veröffentlichung von 09/2019 wird über den aktuellen Fall einer 61jährigen Frau berichtet, bei der die CO-Vergiftung auch eine gastrointestinale Blutung hervorgerufen hat. Sie kam auf die Intensivstation. Entsprechende Vorerkrankungen lagen nicht vor. Quelle: Notfall + Rettungsmedizin (2020)

https://link.springer.com/article/10.1007/s10049-019-00640-3

Bericht über die Diffusion von Kohlenmonoxid durch Wände

Der auf der Website der NFPA veröffentlichte Report „Carbon Monoxide Diffusion through Porous Walls: A Critical Review of Literature and Incidents”von der Fire Protection Research Foundation berichtete bereits 2015, wie gut Kohlenmonoxid durch Wände diffundiert, insbesondere durch Gipskartonplatten (Rigips). Der Bericht dokumentiert eine Reihe von echten Vorfällen als auch Laborergebnisse.

www.nfpa.org/News-and-Research/Data-research-and-tools/Detection-and-Signaling/Carbon-Monoxide-Diffusion-through-Porous-Walls

Gesundheitsrisiken durch Kohlenmonoxid

Eine am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) durchgeführte repräsentative Bevölkerungsbefragung liefert Erkenntnisse über die Bekanntheit, die Risikowahrnehmung, das Wissen und das Informationsverhalten zum Vergiftungsrisiko durch Kohlenmonoxid in Deutschland.
Diese Broschüre enthält wichtige Hintergrundinformationen, zentrale Ergebnisse der Studie sowie die daraus resultierenden Erkenntnisse für die Risikokommunikation.

https://www.bfr.bund.de/cm/350/gesundheitsrisiken-durch-kohlenmonoxid.pdf